Açai-Bowl – and then?

Es ist noch nicht lange her, da standen auf dem Frühstückstisch Chiapudding, Overnightoats oder Porridge. Seit Wochen beobachte ich das auf den Tischen aller namenhaften Blogger Açai-Bowls stehen und das am besten zum Frühstück, Mittag und natürlich auch zum Abendessen. Schließlich müsse man ja immer schön trendy sein….  Ein neues sogenanntes Superfood (Aha, what the hell is Superfood?)! Jede hippe Bar, jedes Hipster-Café, jedes trendige Restaurant muss diese Speise im Angebot haben.

Noch nie von gehört? Ich auch nicht. Also befragte ich das Internet, las mir Rezeptideen durch, hörte mir zig Blogger-Empfehlungen an (ich lernte als erstes das es keine Akai-Bowl ist, sondern eine Assaiii-Bowl!) und schaute mir einige bunte hübsche Bilder an.

Die Grundmasse besteht aus:

– Gefrorenen Bananen (Cremigkeit)

– Gefrorenen Beeren (Farbe)

– Agavendicksaft (Süße)

– Mandelmilch (Konsistenz)

– Açai-Pulver (Vitaminkick)

Einfach alles in einen Standmixer geben und pürieren. Einfach, schnell und schmackhaft? Das klingt schon mal gut!

Wenn ich ehrlich bin, fand ich die Zutaten weniger spannend, als den Namen der Açai-Schüssel. In meinen Vorstellungen wurde die Açai-Bowl ein Smoothie, serviert in einer Schüssel und hübsch dekoriert, nach jedem Geschmack mit Müsli, Kokosraspeln, frischem Obst oder Kakao-Nibs.  Woran lag nun der Erfolg? Ich schlussfolgerte daraus, dass es an der Açaibeere liegen muss. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nie von dieser Beere gehört, geschweige denn diese jemals probiert. Die Açai-Beere stammt ursprünglich aus Brasilien und soll viele Nährstoffe haben. Sie dient als Energiebombe und sorgt für den notwendigen Vitaminkick. Sie soll reich an Antioxidantien, Mineralien und essentiellen Fettsäuren sein. Sie soll einen geringen Zuckeranteil haben. Traditionell besteht die Açai-Bowl hauptsächlich aus Beerenpüree. Da die Açaibeere (Frucht der Açai-Palma) schnell verderblich ist, nutzen wir in Europa hauptsächlich Açai-Pulver. Der Name klingt fremd, exotisch und aufregend. Nicht nur der Name, auch die Schreibweise mit dem Haken am unteren Rand des „C“ macht die Açai-Bowl zu etwas besonderen. Zusätzlich klang es international durch den Hauch Englisch im Namen.

Ich war neugierig und wollte unbedingt auch eine Açai-Bowl essen. Mit einer Zutatenliste stapfte ich in den nächsten Supermarkt und musste feststellen, dass ich im Kleinstadtsupermarkt schnell an die Bowl-Grenze stoße.

Okay… gefrorene Bananen kann ich selbst herstellen, ist sogar besser denn dann kann ich sicher gehen, dass meine Bananen superfoodentsprechende Bioqualität haben. Gefrorene Beeren gab es in verschiedenen Ausführungen (Heidelbeere , Himbeeren, Waldbeeren, Beeren-Mix). Auch Mandelmilch hab ich im Regal für Veganer finden können. Es fehlte also nur noch Açai-Pulver. Unauffindbar. Auf Nachfrage wurde ich von der Verkäuferin angeschaut als verlangte ich nach etwas, das vom Mond stammt. „Hamma nicht!“ wurde mir unwirsch entgegen geranzt. Ich trottete mit hängendem Kopf zurück nach Hause. Erneut befragte ich das Internet. Es gab verschiedene Anbieter, preislich sehr verschieden. Unterm Strich lässt sich zusammen fassen, dass es keine Probierpackungen gab und ich aus diesem Grund von einer Bestellung Abstand nahm.

Gestern sollte nun der Tag der Tage sein. Ich war in Berlin und auf meiner To Do-Liste stand:  Eine Açai-Bowl essen
Das hab ich dann auch gemacht.

Wo kann man am besten den neuen Trends frönen? Natürlich in Mitte/Prenzlauer Berg. Auf der Alten Schönhauser gibt es viele schöne kleine Cafés und Bars und wie zu erwarten gab es auch Açai-Bowls. Tadaaa:

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Tja, was soll ich sagen?

Mehr Schein als Sein? Viel Wind um nichts? Ich bin enttäuscht. Versteht mich nicht falsch. Die Açai-Bowl schmeckt. Sie schmeckt sogar gut. Aber es ist nichts besonderes. Sie entspricht genau meinen Vorstellungen. Ein kalter farbenfroher Smoothie, serviert in einer Schüssel und hübsch dekoriert. Sie macht was her und ist Social Media-geeignet. Aber leider ist sie auch nicht viel mehr.

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Ich möchte kein eiskaltes Frühstück essen, ich möchte auch kein eiskaltes Mittag oder Abendbrot zu mir nehmen. Als Snack zwischendurch oder als gesunde Alternative zum Eisbecher an heißen Sommertagen ist die Açai-Bowl aber top! Ich denke die Açai-Bowl ist nur ein Foodtrend. Der Trend wir bald wieder abebben und ich stelle mir bereits die Frage was als nächstes kommt…

vielleicht ja das gute alte Bäckerbrötchen mit selbstgemachter Marmelade?

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